Zu Beginn des neuen Schuljahres fand im Sueniños-Zentrum eine besondere Zeremonie der Tzeltal-Maya, die aus dem Hochland Chiapas‘ zu uns kamen, statt. Im Rahmen der Feierlichkeit wurde der Chu’ul Jmetik Lum K’inal, (indigene Sprache der Tzeltal: heilige Mutter Erde), für das neue Schuljahr gedankt. In der indigenen Bevölkerung der Tzeltal-Maya ist es die heilige Mutter Erde, die Leben schenkt und für Nahrung sorgt. An der Zeremonie, die „Syomel Jbatik“’ genannt wird, haben alle Mitwirkenden von Sueniños teilgenommen, um mit positiver Energie gemeinsam das neue Schuljahr zu beginnen.
In der Kultur der Maya werden alle bedeutenden Ereignisse im Rahmen der Familie oder der Gemeinschaft zelebriert. Die teilnehmenden Personen stellen sich in einem Kreis auf, der die unendliche Beständigkeit symbolisiert. In der Mitte wird ein runder Altar aufgebaut. Dieser wird von 37 Kerzen umrandet, die für alle Mitwirkenden, UnterstützerInnen und TeilnehmerInnen von Sueniños stehen. In der Mitte des Altars befinden sich zwei Kerzen: eine blaue Kerze steht für den Himmel und eine grüne für die Erde. Sie werden angezündet und symbolisieren die positive Energie, die eine gute Zusammenarbeit im neuen Schuljahr bringt. Am Altar werden auch Blumen, Früchte aus der Region, Wasser sowie eine Hand voll Erde platziert.
Der Kreis wird in vier Farben unterteilt. Diese stehen für die vier Himmelsrichtungen. Die Farbe Rot steht für den Osten und die Wiedergeburt. Im Westen stellt Schwarz die Finsternis, den Tod, aber auch die Ruhe dar. Die Farbe Weiß im Norden, symbolisiert die Knochen, die Weisheit unserer Vorfahren. Die Farbe Gelb steht für den Süden und für Hoffnung.

Die Gebete und Bitten werden in alle Himmelsrichtungen gesprochen. Die Zeremonie wird von traditioneller Musik begleitet. Der Principal“ Antonio Méndez spricht: „Deshalb sind wir hier zusammen, alle Männer und Frauen, wie eine richtige Familie hier bei Sueniños, um gemeinsam diese Maya-Zeremonie zu feiern. Alle Lehren, Weisheiten und Energien unserer Vorfahren, Eltern und Geschwister, die an diesem Leben teilnahmen, sind anwesend.“ Der „Principal“ ist jene Person, die die Autorität besitzt, heilige Zeremonien zu leiten. Es sind meist die ältesten und weisesten Frauen und Männer, die diese Rolle innehaben. Martha Gómez ist die weibliche „Principal“. Sie begleitete die Zeremonie mit Weihrauch, dem eine reinigende und beruhigende Wirkung auf die TeilnehmerInnen zugeschrieben wird.

Mit den Erfahrungen des abgeschlossenen Schuljahres und mit vielen neuen Ideen und positiver Energie, starten wir gemeinsam in ein neues Jahr für Sueniños und freuen uns auf die kommenden Aufgaben!

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