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Dulce Maria ist 6 Jahre alt und geht in die erste Klasse primaria (Volksschule).
Sie lebt mit ihrer Mutter und drei ihrer Geschwister in einer Hütte in der colónia „primero de enero". Dulce Maria ist die Jüngste von 7 Kindern.
Vor 14 Jahren sind damals ihre Eltern von ihrem Dorf San Juan Chamula nach San Cristóbal gezogen, in der Hoffnung hier ein besseres Leben leben zu können. Der Vater hatte in ihrem Dorf keine Arbeit und hat zu trinken begonnen. In San Cristóbal hat er dann in einem Steinbruch Arbeit gefunden und auch zum Trinken aufgehört.
Vor gut einem Jahr gab es einen tragischen Unfall in diesem Steinbruch, bei dem bei einer Sprengung der Vater ums Leben kam.
Maria, die Mutter von Dulce Maria, sorgt nun alleine für sich und die vier jüngsten Kinder, die bei ihr leben. Sie kann weder lesen noch schreiben und spricht kaum Spanisch. In der Familie wird Tzotzil, eine Mayasprache gesprochen.
Als wir die Familie besucht haben, hat eine der älteren Töchter Juanita, sie ist 22 Jahre alt, für uns übersetzt. Juanita selbst lebt nicht bei ihrer Mutter. Sie hat drei Kinder - der älteste Sohn kommt nächsten Herbst in die Schule. Ihr Mann hat sie vor kurzem verlassen...
„Ich mache mir Sorgen um die Zukunft.", sagt Maria. Mit der Arbeit die sie macht – Wäschewaschen, Nähen und Handarbeiten – verdient sie am Tag durchschnittlich 20 Pesos (etwa €1,50), was nicht einmal für das Essen reicht. So gibt es zu Hause immer Maistortillas mit Salz und hauptsächlich Gemüse. Auch zum Frühstück: Maistortillas und Kaffee.
Seit ihr Mann gestorben ist, hat Maria gesundheitliche Probleme, doch Medizin kann sie sich nicht kaufen.
Die zwei Hütten in denen die Familie lebt sind erbärmlich.
Dulce Maria schläft mit ihrer Mutter in dem Bett in der Küche. Die anderen schlafen in der kleineren Hütte daneben.
Da die Mutter mit offenem Feuer kocht, ist die ganze Hütte verrußt und riecht nach Rauch – zwar gibt es einen Herd, aber es fehlt das Geld für einen Gaszylinder.
Es gibt keinen Boden und das Wellblechdach ist undicht. Auf den Wänden sind einige Plastikstücke und Karton genagelt, damit der kalte Wind in der Nacht nicht so sehr durch die Spalten zwischen den Holzplanken bläst. Im Sommer, wenn es regnet, rinnt das Wasser durch die Hütte.
Badezimmer gibt es keines – gewaschen wird mit kaltem Wasser aus dem Eimer.
Das Klo ist ein Loch im Boden.
„Es fehlt uns das Geld", sagt Maria. „Geld um die Hütte, das Dach und den Boden herzurichten, für eine Toilette und um einen Zylinder Gas zu kaufen."
Dulce Maria ist seit Jänner bei uns im Programm von Sueniños.
Maria, die Mutter, ist sehr froh, dass Dulce Maria bei Sueniños ist. Sie möchte, dass ihre Tochter in die Schule geht und etwas lernt.
Von Anfang an ist Dulce Maria mit Begeisterung dabei und hat hier schon viele neue Freunde gewonnen. Sie geht gerne in die Schule und lernt sehr brav. Da sie zu Hause nicht gefördert wurde, hat sie noch viele Schwierigkeiten mit dem Schulstoff, doch weil sie intelligent und fleißig ist, macht sie jetzt schon große Fortschritte.
Dulce Maria ist ein sehr aufgewecktes und fröhliches Mädchen. Sie ist witzig und unheimlich liebenswert!
„Wenn ich einmal groß bin, möchte ich meiner Familie helfen können, damit wir besser leben können. Und mein Traum ist, Architektur zu studieren, damit ich meiner Mutter ein schönes Haus bauen kann." 
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