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Ana Gabriela ist 7 Jahre alt und geht in die erste Klasse primaria (Volksschule).
Sie lebt mit ihren Eltern, Antonia und Gilberto, und ihren zwei Schwestern, Maribél und Andrea, in „primero de enero“ eine Siedlungen am Stadtrand von San Cristóbal de Las Casas.
Als wir vor eineinhalb Jahren die Familie von Ana Gabriela kennen gelernt haben, war die Situation sehr ernst und es gab wenig Hoffnung in der Familie. Die Lebensbedingungen waren sehr schlecht und unhygienisch. Die Küche war kurz vor dem Zusammenfallen und die Hütte, in der die Familie schläft, hatte keinen Boden und war undicht.
Ein paar Monate davor ist der 18 Monate alte Sohn an einer Infektionskrankheit gestorben. Ana Gabriela war unterernährt und sehr krank. Die Mutter hatte keine Arbeit und der Vater hat getrunken. Die Eltern können beide kaum lesen und schreiben.
Wir haben Ana Gabriela vor einem Jahr bei Suenińos aufgenommen, mit der Bedingung, dass Gilberto zum Trinken aufhört und sich beide Eltern Arbeit suchen. Das haben sie gemacht.
Antonia arbeitet im Stadtzentrum als Straßenkehrerin und Gilberto arbeitet als Verkäufer auf der Strasse. Er trinkt seit einem dreiviertel Jahr nicht mehr. Die beiden älteren Töchter, Maribél und Ana Gabriela, gehen nun in die Schule und auch zu Suenińos. Für die kleine dreijährige Andrea haben wir einen Platz in einer Kindergrippe gefunden.
Um die katastrophalen Lebensbedingungen zu verbessern, haben wir mit der finanziellen Unterstützung von Freunden in Österreich in einem Sonderprojekt für die Familie die Hütte abgedichtet und eine neue Küche bauen können. Wir haben Gilberto auch Material für den Bau einer Toilette zur Verfügung gestellt, die er dann selbst gebaut hat.
Die Dinge haben sich für die Familie gebessert und nun ist wieder Hoffnung da, doch nach wie vor ist es ein täglicher Kampf ums Überleben in der Armut, denn das Geld reicht gerade für das Essen.
Und so sind die Eltern sehr dankbar, dass Ana Gabriela bei Suenińos ist. Dass für sie dort gesorgt wird und sie lernen kann.
Ana Gabriela kommt jeden Tag nach der Schule mit viel Freude zu Suenińos. Es ist wirklich schön zu sehen, wie sie sich in diesem letzten Jahr entwickelt hat. Sie ist gewachsen und blüht auf. Sie spielt sehr gerne und bemüht sich besonders mit ihren Aufgaben und Übungen, um auch in der Schule voran zu kommen. Ihr Lieblingsfach ist Spanisch, das sie auch schon gut gelernt hat, wenn man bedenkt, dass sie damit erst in der Schule begonnen hat, da bei ihr zu Hause nur Tzotzil, eine Mayasprache, gesprochen wird.
„Wenn ich groß bin möchte ich Ärztin werden, um andere Kinder gesund machen zu können.“, sagt uns Ana Gabriela. 
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