Hintergrund und Einsatzort

Armut in San Cristóbal

Sueniños wirkt in San Cristóbal de Las Casas, im Bundesstaat Chiapas, einer der ärmsten Regionen im Süden Mexikos. Die Stadt liegt im Hochland auf über 2200m Seehöhe. 1528 von den Spaniern gegründet, leben heute rund 200.000 Menschen hier.
 
Im wunderschönen Zentrum gibt es viele Kirchen, farbenprächtige Märkte sowie alte Bauwerke im Kolonialstil. Die Straßen sind geprägt von den bunt bemalten Häusern und den traditionellen Trachten der indigenen Maya-Bevölkerung. Der Charme der Stadt wirkt wie ein Magnet auf Reisende aus aller Welt, die das ganze Jahr über „el pueblo mágico“, das magische Dorf in den Bergen besuchen.
 
Doch der idyllische Schein trügt. Auch heute noch leben knapp 75 Prozent der Bevölkerung von Chiapas in Armut – 37 Prozent in extremer Armut. Es gibt viele Kinder, die auf der Straße ihr Geld verdienen. Als Verkäufer oder Schuhputzer.

Am Stadtrand liegen die Armensiedlungen von San Cristóbal, wo sich viele Familien angesiedelt haben. Sie wurden vor allem Mitte der 90er-Jahre aus ihren Dörfern aus politischen und religiösen Gründen vertrieben, oder sie erhofften sich in der Stadt ein besseres Leben.

In vielen dieser „colonias“ (Siedlungen) fehlt nach wie vor die Infrastruktur. In den meisten gibt es keine befestigten Straßen und oft keine Kanalisation. Viele Familien leben in desolaten Holzhütten, mit undichten Dächern und ohne festen Boden. Sie haben kein Badezimmer, keine Toilette und keine Duschen. Die hygienischen Verhältnisse sind oft katastrophal. In vielen der Hütten wird am offenen Feuer gekocht, was die Ursache von Atemwegserkrankungen und eine Gefahr für Unfälle ist.
 

Ein Teufelskreis

Die Kinder und Jugendlichen bei Sueniños kommen vorwiegend aus kinderreichen Familien. Ihre Eltern sind meist Analphabeten und haben  keine Ausbildung. Deshalb verdienen die Eltern nicht genügend Geld für den Lebensunterhalt – oftmals reicht es nicht einmal für das tägliche Essen.

Aus diesem Grund sind die Kinder dieser Familien gezwungen, einen Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten. Sie gehen nicht zur Schule, weil sie als Straßenverkäufer, Schuhputzer oder als Haushaltshilfe arbeiten. Eine Ausbildung abzuschließen ist für sie sehr schwer,  somit die Chance gering, dass sie selbst aus diesem Teufelskreis der Armut ausbrechen können.
 
Auch wenn sie in die bilingualen Schulen* in ihrer Colonia gehen, lernen sie dort nicht genügend. Es fehlt an allem, was man für einen guten Unterricht benötigt. In vielen Klassen sitzen über 45 Kinder, die LehrerInnen sind meistens schlecht ausgebildet und es werden nur vereinzelt Materialien im Unterricht verwendet.

Darüber hinaus gibt es für die Kinder in ihren Siedlungen kein sinnvolles Freizeitangebot und so verbringen die meisten von ihnen den Nachmittag auf der Straße.


* Bilinguale Schulen sind öffentliche Schulen, welche die Aufgabe haben, die indigene Kultur, soziokulturelle Aspekte sowie die indigenen Sprachen zu erhalten. Dort sollen die Kinder indigener Familien ihre ethnische Identität stärken und auf die Integration in ein produktives Leben in der mexikanischen Gesellschaft vorbereitet werden. Daher werden in diesen Schulen neben Spanisch auch die indigenen Sprachen unterrichtet.
Diese Schulen gibt es vorwiegend in den ländlichen Gemeinden (comunidades indigenas), sowie in den Siedlungen am Stadtrand von San Cristóbal, in denen die großteils arme indigene Bevölkerung lebt.
 
Leider sind in diesen Schulen die Unterrichtsbedingungen sehr schlecht (Schülerzahl, Klassenräume, Einrichtung, etc.) und aufgrund der dürftigen pädagogischen Ausbildung der indigenen LehrerInnen, die oft selbst kein gutes Spanisch sprechen, ist das Bildungsniveau sehr niedrig.
 

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