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Projektbericht 2010










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1. ALLGEMEINES
Name des Projekts
   Casadobe

Projektverantwortliche   

          Arch. Markus (Projektleitung)

          Arch. José Daniel Estrada Velasco (Koordination Bau)
          DI Christian Szinicz (Organisation und Logistik) 
          Brian Jonstone (Holzbau, Tischlerei) 
          Buchhalter Contador Sergio de La Rosa (Verträge, Finanzen) 
          Efrén Camposeco Bermúdez (Assistenz Finanzen)
Mitwirkende, Arbeiter   

          11 Freiwillige aus Österreich; HTL Mödling (Regina u. Norbert Austerer, Karin Schlosser, Michaela Hasenöhrl, Lisa Firmann, Simone Wegerer, Jakob Kirschner, Zeilinger Benedikt, Corvin F., Dominik Löffler, Lukas Schwalm)
           8 Bauarbeiter
Planung und Vorbereitung  November 2009 - Mai 2010
Bau                    Juni 2010 - September 2010
Dauer, Abwicklung         Fünf Etappen (Beschreibung siehe unten)
Ort                   San Cristóbal de Las Casas Chiapas, Siedlung “Primero de Enero”:
                          1. Familie von Ángela: Av. Playas de Acapulco No. 25.
                          2. Familie von Adelina: Av. Playas de Miramar No. 64.

Beschreibung des Bauvorhabens:
     Einstöckiges Wohnhaus – Grundfläche 6x6 m
     Lehm-Holz Konstruktion
     Holzofen zum Kochen und Beheizen des Hauses
     Warmwasseraufbereitung mit Sonnenenergie
     Räume:
        Wohn-Essraum mit Kochecke
        Badezimmer mit Dusche und WC
        4 Schlafräume im Obergeschoss

 

2. PROJEKTETAPPEN


2.1. Erste Etappe
Initiative, Organisation und Strukturierung des Projekts
November 2009 – Mai 2010


Das Projekt CASADOBE wurde von Arch. Markus Koch initiiert, der bei mehreren Aufenthalten in San Cristóbal de Las Casas die menschenunwürdigen Wohnverhältnisse und Bedürfnisse der Familien in den Armenviertel kennen gelernt hat. Daraus entstand die Idee, für diese bedürftigen Familien einfache Häuser zu errichten, die ihre Lebensqualität entscheidend verbessern.
Weiters war es Herrn Arch. Koch ein Anliegen, in diesem Projekt Menschen aus der ausgegrenzten und meist ungebildeten lokalen Bevölkerung – vornehmlich Jugendliche – in das Projekt zu integrieren und ihnen damit eine fachliche Bildung zu vermitteln.
Unter diesen Voraussetzungen wurden von Herrn Markus Koch in Österreich die notwendigen finanziellen Mittel beschafft, um den Bau von 2 Häusern zu realisieren. Diese Häuser sollten vornehmlich aus Lehm und Holz gebaut werden.
In weiterer Folge kontaktierte Markus Koch die Organisation Sueniños A.C., die er von einem sechsmonatigen Freiwilligeneinsatz gut kannte. Sueniños arbeitet mit Kindern und Jugendlichen im Bildungsbereich und hat mit den Familien der Kinder und Jugendlichen in ihren Programmen, welche in den Siedlungen am Stadtrand von San Cristóbal leben, direkten Kontakt. Diese Familien leben in ärmlichen und ungesunden Verhältnissen (Hütten aus Holz bzw. Karton, Wellblechdächern, ohne Boden, ohne Toiletten,…)
Es wurde die Siedlung “Primero de Enero” ausgewählt, die sich im Norden der Stadt San Cristóbal de Las Casas befindet. Für die etwa 25 Familien bei Sueniños, die in dieser Siedlung leben, wurde das Projekt ausgeschrieben – 13 Familien haben einen Antrag eingereicht (siehe Anhang).
In mehreren Treffen mit den interessierten Familien wurde das Bauprojekt genau durchgesprochen: der Entwurf, die Funktionen des Hauses, die verwendeten Materialien, die Bauabwicklung sowie die Finanzierung.
Das Resultat dieser Ausschreibung war die Auswahl von 2 Familien, welche die Unterstützung von einem CASADOBE-Haus bekommen.
- ANGELAL PATRICIA SÁNCHEZ PÉREZ
- ADELINA LÓPEZ GÓMEZ


Die ausgewählten Familien erfüllen die folgenden Anforderungen:
- Sie sind im Besitz eines Grundstücks und können dies mit Dokumenten belegen
- Sie weisen persönliche Dokumente sowie die Zahlungen von Strom und Wasser vor
- Es befindet sich kein Wohnhaus aus Ziegel o.ä. auf dem Grundstück
- Sie sind mit der Unterzeichnung der Absichtserklärung mit den Bedingungen des CASADOBE Projekts einverstanden.

 

2.2. Zweite Etappe
Beschaffung der Baumaterialien – Bau des Fundaments und der Bodenplatte
16. Juni – 23. Juni 2010


Am Beginn dieser Etappe wurden die Anfang des Jahres bestellten Lehmziegel auf die Baustellen geliefert und dort gelagert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass von Mai bis Oktober Regenzeit ist und die Materialien daher entsprechend gegen den Regen geschützt gelagert werden mussten.
Weiters wurde das Holz besorgt und ebenso trocken gelagert.
In weiterer Folge wurde der Bauplatz hergerichtet und von den beschäftigten Bauarbeitern das Fundament und die Bodenplatte fachgerecht mit den nötigen Anschlüssen hergestellt.

 

2.3. Dritte Etappe
Rohbau
5.Juli – 24.Juli 2010


Bei der Errichtung der Mauern aus Lehmziegel hat die Gruppe der 11 Freiwilligen aus Österreich maßgeblich mitgewirkt. In zwei Teams, bestehend aus den lokalen Bauarbeitern sowie den Freiwilligen, wurde auf beiden Baustellen gleichzeitig gearbeitet.
Trotz erschwerender Rahmenbedingungen wie der Termindruck (die Freiwilligen waren 3 Wochen in San Cristóbal im Einsatz in denen der Rohbau fertig gestellt werden sollte), dem teils heftigen Regen und Wind, das Gewicht der Lehmziegel wie auch andere erschwerende soziokulturelle Bedingungen wie der Sprache und dem Essen, wurde mit großem Einsatz aller am Bau Beteiligten der Rohbau zeitgerecht fertig gestellt.
Parallel zu den Maurerarbeiten auf den Baustellen wurden in einer provisorisch eingerichteten Tischlerwerkstatt die Fenster- und Türrahmen, die Stiege sowie das Tragwerk und die Holzbretter für die decken vorbereitet.
Das Mauerwerk mit der Zwischendecke aus Holz sowie dam Betondach wurden innerhalb von 3 Wochen fertig gestellt. Weiters wurden der Kamingemauert und der Ofen gesetzt.
An dieser Stelle sei allen Freiwilligen großer Dank für diesen wertvollen und noblen Beitrag ausgedrückt. Neben der Arbeitsleistung gab es auch einen sehr positiven kulturellen Austausch (u.a. Organisation der Arbeit, Teamwork, technische Umsetzungen, Arbeit der weiblichen Freiwilligen auf der Baustelle), der zu einer Bereicherung der Familien, Arbeiter auf den Baustellen und Bewohner der Siedlung beigetragen hat.

 

2.4. Vierte Etappe
Innenausbau, Verputz, Installationen
26. Juli – 30. August 2010


Nach Fertigstellung des Rohbaus wurden die Wände zum Schutz der Lehmwände innen und außen verputz und weiß gestrichen. Das Betondach wie auch der Boden im Erdgeschoss wurden versiegelt.
In die Fensterrahmen wurden 6mm starke Gläser eingesetzt.
Um die Wasserversorgung sicherzustellen (in dieser Siedlung kommt das Wasser nur alle 2-3 Tage, manchmal bis zu einer Woche nicht) wurden 2 Wassertanks (1100 L) und eine Pumpe installiert. Zur Warmwasseraufbereitung wurde ein umweltfreundliches Solarsystem samt der notwendigen Wasserleitungen eingebaut. Um die Funktion des Systems zu gewährleisten, wurde der Wassertank auf dem Dach auf einer 1m hohen Plattform platziert.
Im Badezimmer wurden ein WC, ein Waschbecken sowie eine Dusche und in der Küche eine Abwasch installiert.
Die Badezimmer sowie der Arbeitsbereich um das Waschbecken wurden verfliest – die Farben der Fliesen, wie auch die des Bodens wurden von den Familien ausgewählt.
Im Haus wurde ein Sicherungskasten installiert und elektrische Leitungen verlegt, sodass es im Wohnbereich, im Essbereich, in der Küche, dem Badezimmer und jedem Schlafraum eine Lichtquelle mit Lichtschalter und Steckdosen gibt.

 

2.5. Fünfte Etappe
Einrichtung und Möbel
5. September – 30. September 2010


Brian Johnstone, der als Freiwilliger im gesamten CASADOBE Projekt mitgearbeitet hat, erklärte sich bereit, für die Familien einfache Möbel zu zimmern. In den Badezimmern und der Küche wurden Regale sowie unter den Waschbecken Abstellflächen eingebaut. Für die Schlafzimmer hat Brian insgesammt 4 Einzelbetten und 3 Stockbetten sowie Regale und kleine Arbeitsplätze gezimmert und in die Häuser eingebaut.

 

3. Kosten und Finanzierung
Die Baukosten von einem CASADOBE-Haus belaufen sich auf etwa € 9.500,-.
Die Begünstigten tragen davon rd. € 1.730,- welche im Zeitraum von 5 Jahren in monatlichen Raten abgezahlt werden.
Die restlichen Errichtungskosten sowie die Projektkosten (Werkzeuge, Maschinen, etc.) werden durch Spenden finanziert.

Spender:
- Baumschlager Eberle   - Hilti u. Jehle GmbH.   
- LAND VORARLBERG       - MADER-FLATZ ZIVILTECHNIKER GMBH   
- Knünz GmbH            - Preite Verputz & Trockenbau GmbH   
- EZA HTL Mödling  
Wir danken den Spendern herzlich für ihre Unterstützung!

 

4. Beobachtungen und Schlussfolgerungen
In Zukunft soll nicht nur das Einsatzteam gestärkt werden sondern auch ein Team für die Organisation von umfangreicheren Projekten (Siedlungsbau) aufgebaut werden. Damit soll auch die Effizienz bei der Umsetzung der Bauprojekte gesteigert werden.
In Zukunft ist es wichtig die Akzeptanz der Häuser abzusichern. Das bedeutet, dass die Begünstigten ihre Bedürfnisse gedeckt wissen, indem sie die bestehenden Häuser kennen und sich so verpflichten und den gesamten Prozess unterstützen.
Mit den Begünstigten muss ein Sensibilisierungsprozess geschaffen werden. Dies bedeutet sich mit den Begünstigten hinsichtlich des täglichen Einflusses der Lebens- und Wohnbedingungen zu befassen. Diese Arbeit wäre am besten von einem Pädagogen bzw. Psychopädagogen, der ebenfalls die indigenen Sprachen Tsotsil bzw. Tseltal spricht, durchzuführen. Dieser Bildungsprozess muss vom Leiter des Bauprojektes mit begleitet werden, da die Bedürfnisse des Wohnens eng mit den sozialen und kulturellen Bedürfnissen verknüpft sind. Hilfreich für die Unterstützung der Sensibilisierung ist auch eine Kurzbeschreibung darüber, wie CASADOBE die Begünstigten unterstützt. Dabei sollen auch die Vorteile von einem CASADOBE-Haus genau gezeigt werden.
Bei künftigen Projekten muss stets der Baugrundes und die Platzierung des Hauses gründlich begutachtet werden und gegebenenfalls auch eine gute Kommunikation mit den Nachbarn im Vorfeld der Realisierung aufgebaut werden.


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