Die Vorgeschichte
Im Jahr 2008/2009 arbeiteten Arch. Markus Koch mit seiner Frau Ruth bei dem Projekt „SUENINOS“ als Freiwillige mit. In 2 Bauprojekten, die in dieser Zeit realisiert wurden – zwei Klassenzimmern aus Lehm in einer Schule sowie ein Gruppenraum bei Sueniños aus einer Holz-Glas-Konstruktion – hat Markus die ersten Erfahrungen im Bauen in San Cristóbal sammeln können.
In dieser Zeit hat er auch die miserablen Wohnverhältnisse und Bedürfnisse der Familien bei Sueniños kennen gelernt. Und so entstand die Idee für das Projekt, die arme Bevölkerung in San Cristóbal de las Casas mit dem Bau von Lehm- und Holzhäusern zu unterstützen. Ihnen die einfachste aber doch bestmöglichste Form des Wohnens unter diesen Umständen zu ermöglichen und sie gleichzeitig in die Techniken des Lehm- und Holz-Hausbaus einzuführen, sodass sie sich vor allem auch selbst und gegenseitig helfen können.
Ort und Klima
San Cristóbal de las Casas liegt im Süden Mexikos, 120 km entfernt von der Grenze zu Guatemala. Die alte spanische Kolonialstadt hatte vor 16 Jahren noch ca. 30 000 Einwohner und ist durch die massive Zuwanderung auf ca.130.000 gewachsen. Die Stadt liegt 2300m über dem Meeresspiegel und ist umgeben von bewaldeten Hügeln und Bergen. In den umliegenden Dörfern lebt ausschließlich die indigene Bevölkerung, Nachkommen der Mayas, welche immer noch ihre eigene Sprache sprechen. Die bekanntesten Orte, wie Chamula, Zinacantan und San Andres sind bekannte Touristenziele.
Die Gebäude sind extremen Temperaturschwankungen und verschiedensten Klimabedingungen ausgesetzt: Vor allem im Winter wird es in den Nächten oft sehr kalt (teilweise bis zu 0° Grad), doch untertags steigen die Temperaturen auf bis zu 26 Grad. Die Regenzeit dauert von Mitte Mai bis Anfang Oktober. Besonders in dieser Periode gibt es innerhalb eines Tages extreme klimatische Veränderungen: Am Vormittag scheint die Sonne und am frühen Nachmittag wird die Stadt von intensiven Regenfällen heimgesucht. Die Straßen und vor allem die Randbezirke stehen dann bis zu 20 cm unter Wasser.
Die Wohnsituation der Bevölkerung
Die Bevölkerung in San Cristóbal de las Casas, vor allem die am Stadtrand angesiedelte lebt, in ärmsten Verhältnissen auf engstem Raum. Traditionell kennt die indigene Bevölkerung in den Dörfern diese beengte Form des Zusammenlebens nicht (die jetzigen Grundstücksgrößen für eine Familie betragen 10x20m – laut mexikanischem Gesetz fällt das Land nach 15 Jahren dem zu, der es seit dieser Zeit bewohnt). Fast der gesamte alte Stadtkern ist aus Lehmziegel mit Holzbalkendecke errichtet. Die Gebäude sind ein- maximal 2-geschoßig. Vor ca. 15-20 Jahren wurden die Lehm- von den Betonziegeln verdrängt. Viele der Behausungen in den Vororten bestehen aus Holzhütten aus Abfallholz (ca. 3x3 m) mit Wellblechdach und Lehmboden, in denen bis zu 12 Personen leben. In der Regenzeit verwandeln sich die Grundstücke in Seen. Wenn ein bisschen Geld vorhanden ist, kaufen die Familien ein paar Betonziegel, Eisen, Zement und Sand und ohne Konzept wird ein Raum gebaut. Diese jetzigen Betonhütten sind klimatisch und thermisch katastrophal.
Das Ziel
Ziel dieses Projekts ist es, die in der Zwischenzeit vergessene Produktion von Lehmziegeln mit der Bevölkerung wieder zu praktizieren. In einigen umliegenden Dörfern gibt es immer noch das handwerkliche Wissen darüber. Lehm als Baustoff ist praktisch überall vorhanden. Die Phasenverschiebung einer Lehmwand passt sich genau an die Tag- Nachtgleiche an, sodass die Häuser unter Tags kühler und in der Nacht wärmer sind. Untersuchungen haben auch ergeben, dass in einem Lehmhaus die gleiche Temperatur um 3 Grad wärmer empfunden wird als in einem Haus aus Betonziegel.
Projektleitung
Leiter des Bauprojekts: Architekt, Markus Koch Bereits Erfahrung durch Schul-Klassenbau aus Lehm und Holz, Wohnhausbau (Lehmziegel, Holz, Glas). 
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